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Pädagogik: Bildung für Kopf, Herz und Hand

Waldorfschulen sind oft von Klischees umgeben. Doch bei uns werden alle klassischen Fächer auf hohem Niveau unterrichtet – verbunden mit Kunst, Musik, Handwerk und Natur.

Schülerinnen bei der Arbeit im Unterricht

Unser Konzept: Eine Geschichte ganzheitlicher Bildung

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart gegründet, als der Industrielle Emil Molt den Philosophen Rudolf Steiner bat, eine Schule für die Kinder der Arbeiter:innen seiner Zigarettenfabrik zu gründen. Steiners Idee: Bildung soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern den ganzen Menschen – Kopf, Herz und Hand – ansprechen. Der Lehrplan orientiert sich an den Entwicklungsstufen der Kinder, mit viel Raum für Kreativität, Handwerk und Natur.

Heute gibt es weltweit mehr als 1.200 Waldorfschulen in über 70 Ländern. Der Rahmenlehrplan wird von der pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen ständig weiterentwickelt.

Unser Leitbild

Das pädagogische Leitbild unserer Schule basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der die individuelle Entwicklung jedes Kindes in den Mittelpunkt stellt. Wir begleiten die Schüler:innen von der 1. Klasse bis zum Schulabschluss, mit dem Ziel, sie zu selbstständigen, verantwortungsbewussten und sozialen Menschen zu erziehen. Unser pädagogisches Handeln ist geprägt von Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung gegenüber der Individualität jedes Kindes.

Keine Noten, kein Sitzenbleiben

Statt Noten gibt es bis einschließlich der 9. Klasse eine ausführliche, individuelle schriftliche Beurteilung der Klassenlehrkraft und der Fachlehrer:innen. So entwickeln sich die Kinder ohne Notendruck – und niemand wird unterwegs sitzen gelassen.

Fester Bestandteil des Schullebens

  • Theateraufführungen und Monatsfeiern
  • Handarbeit, Gartenbau und Werken
  • Landwirtschaftliche und soziale Praktika
  • Jahresfeste im Lauf der Jahreszeiten
  • Eurythmie – die Bewegungskunst
  • Streicherklasse, Chor und Orchester

Unterricht: Mehr als Stricken & Tanzen

Natürlich gibt es auch bei uns das volle Spektrum an Unterrichtsfächern, wie man es von staatlichen Schulen kennt. Der Unterricht ist breit gefächert, intensiv und anspruchsvoll.

Das Epochensystem – Lernen in intensiven Phasen

Anders als im klassischen 45-Minuten-Takt wird ein Fach für etwa drei bis vier Wochen intensiv behandelt. Dieses Fach steht jeden Morgen im sogenannten Hauptunterricht für rund 90 Minuten im Fokus und ermöglicht ein tiefes Eintauchen in ein Thema – ob Mathematik, Naturwissenschaften oder Geschichte.

Grundfertigkeiten wie Rechnen oder Schreiben festigen die Schüler:innen darüber hinaus in fortlaufenden Übstunden. Im Anschluss übernehmen Fachlehrer:innen den Unterricht in Sport, Fremdsprachen, Eurythmie, Religion, Musik und den handwerklich-künstlerischen Fächern.

Praktische Fähigkeiten als Teil der Allgemeinbildung

Holz- und Metallverarbeitung, Gartenbau und Handarbeit (ja, auch Stricken gehört dazu – aber eben nicht nur!) schulen Feinmotorik und handwerkliches Geschick, aber auch Geduld, Ausdauer und Kreativität. Praktisches Arbeiten ergänzt den theoretischen Unterricht und hilft, ein umfassendes Verständnis der Umwelt zu entwickeln.

Das Ziel ist es, den Schüler:innen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zum eigenständigen Denken, Forschen und Verstehen zu ermutigen.